Heilige Drei Könige
Mit dem Begriff Heilige Drei Könige bezeichnet
die katholische Tradition die in der Weihnachtsgeschichte des
Matthäus-Evangeliums erwähnten Weisen aus dem Morgenland. Im Neuen
Testament werden sie nicht eingehender beschrieben. Bereits im
frühen Christentum entstand jedoch eine umfangreiche
Legendenbildung, aus der sich ihre Zahl, ihre Bezeichnung als Könige
und ihre Namen herleiten.
Ihr Hochfest in der katholischen Kirche ist der 6. Januar, der
umgangssprachlich „Dreikönigstag“, auch „Dreikönig“ genannt wird. In
der Liturgie heisst dieses Fest „Erscheinung des Herrn“, sowohl in
der katholischen (Epiphanie) als auch in der evangelischen Kirche
(Epiphanias).
Das zweite Kapitel des Matthäusevangeliums berichtet im Rahmen der
Erzählung von der Geburt Jesu Christi in Betlehem über die Verehrung
des Neugeborenen durch Magoi apo anatolôn (Magier aus dem Osten).
Magoi wird im Griechischen allgemein für Magier verwendet, aber auch
konkret für die sabzevarisch-medische zoroastrische Priesterkaste
aus dem medischen Priesterstamm der Mager, die bei Herodot, Strabon
und Philo von Alexandria erwähnt sind. Deshalb könnte an persische
oder auch chaldäische Sterndeuter gedacht sein.
Im 12. Jahrhundert glaubte man im christlichen Abendland, die Welt
bestehe aus drei Kontinenten, nämlich Europa, Asien und Afrika.
Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurden aus den drei Weisen dann drei
Könige. Es verbreitete sich die Anschauung, die drei Könige
symbolisierten die drei Kontinente. Da man Afrika zu dieser Zeit in
der Regel mit dem von den Griechen als schwarzes Land bezeichneten
Nordostafrika identifizierte, wurde der Vertreter Afrikas in der
künstlerischen Darstellung zum Mohren. Ab dieser Zeit finden sich
Darstellungen, auf denen der dritte König, der vorher wie die
anderen eine weisse Hautfarbe hatte, mit schwarzer Hautfarbe
dargestellt wird. Dabei wird meistens der jüngste König Caspar auch
als dieser Mohr bezeichnet. Doch finden sich bereits in anderen
frühen Quellen Melchior und mitunter auch Balthasar als die
Vertreter Afrikas. Diese Uneinheitlichkeit findet sich auch noch in
neueren Traditionen und literarischen Darstellungen. Bei
Restaurationsarbeiten fand sich ein Gemälde der Florentiner Schule,
in denen ein weisser König schwarz übermalt war, wie es der neuen
ikonographischen Interpretation der drei Heiligen entsprach.
Die eigentliche Bezeichnung dieses Festes ist dagegen Erscheinung
des Herrn. Die Kirche feiert an diesem Tag das Sichtbarwerden der
Göttlichkeit Jesu in der Anbetung durch die Magier, in der Taufe im
Jordan und im Wunder von Kana. Dabei wird die Geschichte von den
Weisen aus dem Morgenland als Evangelium in den katholischen und
evangelischen Gottesdiensten gelesen und/oder ausgelegt.
In den evangelischen Kirchen werden die darauf folgenden Sonntage
als „Sonntage nach Epiphanias“ gezählt; die katholische Kirche
feiert am Sonntag nach Epiphanie das Fest der Taufe des Herrn, mit
dem der Weihnachtsfestkreis endet. Nur im Lesejahr C wird nach der
heutigen katholischen Ordnung das dem Fest ursprünglich zugehörige
Evangelium der Hochzeit zu Kana am Sonntag nach Taufe des Herrn
gelesen.
Quelle: Wikipedia
Weiterreichende Informationen finden Sie unter folgenden Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heilige_drei_K%C3%B6nige
